
Klassischer deutscher Maschinenbau: MTU in Friedrichshafen (Foto: MTU Friedrichshafen)
5.000 PS beim CRM-TÜV
Mit einer portalbasierten IT-Lösung versucht die MTU Friedrichshafen GmbH ihre Serviceleistungen zu verbessern. Das Ziel: Mehr Wachstum durch besser Servicequalität und Kundenbindung.
Eine High-Speed-Fähre liegt zur routinemäßigen Wartung in einem griechischen Hafen. Der verantwortliche Techniker liest im Maschinenraum auf einem der vier 5.300-PS-starken Dieselmotoren die Seriennummer vom Typenschild ab. Ein zeitaufwendiges, aber notwendiges Unterfangen. Denn anders kann er den Motor und die einzelnen Bauteile nicht genau identifizieren. „Auch um solche Wartungsarbeiten künftig zu vereinfachen und schon im Büro vorbereiten zu können, haben wir die zentrale Datenbank eingeführt, in der Informationen zu all unseren Produkten abgelegt sind“, sagt Stefan Keldenich, Senior Manager Information Logistic Technical Information Management bei der Tognum-Tochtergesellschaft MTU Friedrichshafen.
Das Unternehmen ist auf enorm leistungsstarke Antriebstechnologien spezialisiert. Verbaut werden Motoren, Automations- und komplette Antriebssysteme in ganz unterschiedlichen Anwendungen. Die Palette reicht von Schiffen über landwirtschaftlich, industriell und militärisch genutzte Vehikel bis hin zu Energieversorgungseinheiten für Krankenhäuser, Bohrplattformen und Kraftwerken.
Im Jahr 2008 erreichte die Tognum-Gruppe einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro – 696 Millionen Euro allein mit After Sales im Geschäftsbereich Engines. Das liegt im Trend. Peter Thomin, Referent in der Abteilung Betriebswirtschaft des VDMA: „In den letzten zehn Jahren haben viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau ihr After Sales sukzessive professionalisiert und stetig ausgebaut. Unsere aktuelle Befragung ergab, dass 2008 der Umsatzanteil in diesem Bereich auf 18,7 Prozent gestiegen ist. Voraussetzung dafür sind Geschäftsmodelle, bei denen der Kunde im Mittelpunkt steht.“
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wachstum durch After-Sales-Produkte
