
Grafiken aus Daten: Software die logische Schlüsse zieht (Foto: Frank Völkel)
Bestandsaufnahme: BI-Software
2007 kaufte SAP das französische Unternehmen BusinessObjects. Was hat sich seitdem im BI-Software-Produktportfolio getan? Eine Bestandsaufnahme.
Data-Warehouse, Reporting, Analyse, Planung, Konsolidierung und Strategiemanagement: Business Intelligence (BI) entwickelte sich seit Anfang der 90er zu einem Erfolgsmodell, das sogar Eingang in die Wirtschaftsinformatik fand. 2007 war der BI-Markt geprägt von Übernahmen: Oracle kaufte Hyperion, Cognos übernahm Applix, IBM erwarb Cognos und SAP übernahm Business Objects. Die Anzahl der BI-Anbieter nimmt dennoch weiter zu; derzeit haben in Deutschland 150 Unternehmen Software für Business-Intelligence-Aufgaben im Portfolio.
Mit der Übernahme von Business Objects hat SAP seine BI-Sparte erheblich erweitert. Als neue Produktfamilie definierte SAP das BusinessObjects-Portfolio. Dies entsprach der Software der ehemaligen Firmen Business Objects und Outlooksoft. SAP entwickelte aber auch neue Produkte, wie beispielsweise SAP BO Advanced Analysis. Das Besondere daran: Die Software ist einfach zu bedienen und eignet sich für alle Quellsysteme. BusinessObejcts steuerte vor allem die Bereiche Reporting, Analyse und Enterprise Information Management bei. Von der früheren Akquisition von Outlooksoft stammt zudem der Bereich Konsolidierung und Planung. Damit erzielte SAP konkrete Verbesserungen bei einzelnen Funktionalitäten:
Crystal Reports und Xcelsius auf dem Vormarsch
Laut Gartner hatte SAP als einer von weltweit 15 BI-Anbieter den Report Designer im Angebot. Er dient dem formatierten Reporting, wie beispielsweise einem Kundenstammblatt oder Quartalsberichten. Der Report Designer konnte sich allerdings gegenüber Crystal Reports, dem Marktführer von BusinessObjects, nicht endgültig durchsetzen. Im Bereich Dashboarding war der bestehende Web Application Designer im Gegensatz zu dem neuen BO-Produkt Xcelsius nur für die IT-Abteilung gedacht und konnte daher von der jeweiligen Fachabteilung nicht direkt genutzt werden. Xcelsius dagegen ist für jeden Mitarbeiter leicht zu bedienen, denn dies bietet anschauliche Graphiken mit Interaktionsmöglichkeiten und läuft in einem Flash-Format, das direkt in eine PowerPoint-Präsentation eingebaut werden kann.
Das bisherige OLAP-Frontend von SAP, der BW BEx Analyzer und das gleichartige BO-Produkt Voyager, werden in Kürze durch den SAP BusinessObjects Advanced Analyzer ersetzt. Er stellt weiterhin MS-Excel und ein Web Frontend zur Verfügung und wird die Stärken der OLAP-Frontends vereinigen. Mit BusinessObjects trennt SAP jetzt auch die Reporting & Analyse-Ebene von der Datawarehouse-Schicht. Damit können die BO-Frontends auf unterschiedlichen Data Warehouses oder direkt auf dem Quellsystem eingesetzt werden. Im Bereich der Frontends herrscht bei SAP demnach eine klar erkennbare Strategie. Im Bereich Konsolidierung sind mit EC-CS, SEM-BCS, BO BPC und BO FC weiterhin vier Produkte parallel im Einsatz. Im mittelständischen Segment für Unternehmen mit 500 bis 5.000 Mitarbeitern ist die Lösung BO BPC jedoch unschlagbar, denn die Fachabteilungen können alle notwendigen Anwendungen selbst managen.
