
SAP.info vor Ort: Social Media Week
Im Rahmen der Social Media Week 2012 lud die SAP am 15. Februar auf ihren Campus im kalifornischen Palo Alto ein. Im Mittelpunkt standen Facebook, Twitter und Co. für Unternehmen. SAP.info war dabei.
Welche Entwicklungen kennzeichnen die Beziehung zwischen sozialen Medien und großen Wirtschaftsbranchen? Dies ist Thema der Social Media Week, die alle zwei Jahre Teilnehmer aus aller Welt zusammenführt. Die Veranstaltung bietet Vertretern weltbekannter Unternehmen und Experten Gelegenheit zum Meinungsaustausch über die Auswirkungen sozialer Medien auf das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben.
SAP-Marketingleiter Jonathan Becher griff in seinem Eröffnungsvortrag eine Frage auf, die vielen Unternehmen zu denken gibt: Trotz zielgerichteter Strategien, Richtlinien, Schulungen und Software-Investitionen herrscht der Eindruck vor, dass das Potenzial der sozialen Medien nicht ausgeschöpft wird. Dabei ist nicht klar, wo das Problem liegt.
„Wir haben es versäumt, unsere Kultur auf die sozialen Medien einzustellen“, so Bechers Erklärungsansatz. „Es ging bei uns immer nur um die Strategie, um Regeln, um Software. Aber wir haben uns nicht überlegt, wie die sozialen Medien in unsere Befindlichkeit eingreifen.“
Social Media als natürliches Umfeld
Aus seiner eigenen Marketingorganisation berichtete Becher, wie er sich um den Anstoß zu einer solchen Veränderung bemühte: Er forderte die Gruppe auf, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn die Unternehmenswebseite zur Hälfte von Dritten bestückt würde, wenn jede Kampagne und jedes neu geschaffene Marketingprodukt in erster Linie als Gegenstand des sozialen Netzes betrachtet würde, und wenn das Publikum (Kunden, Partner, Analysten, das gesamte Umfeld) jeden Schritt der Marketingorganisation sofort, in Echtzeit, im Hinblick auf seine Relevanz und Qualität bewerten könnte.
Die Marketingorganisation würde buchstäblich aus den Angeln gehoben. Und so fragt man sich: Wird die SAP in Kürze solche Veränderungen einführen?
„Wahrscheinlich nicht“, meint Jonathan. „Es kommt eher darauf an, dass wir uns eine solche Mentalität zu eigen machen. Wenn wir ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass die Hälfte unserer Unternehmenswebseite unserer Kontrolle entzogen ist, dass die sozialen Medien unser Ausgangspunkt und kein nachgelagerter Aspekt sind, dass jeder unserer Schritte sofort von unserem Publikum kommentiert wird – dann sind wir in der Welt der sozialen Medien angekommen. Sie sind dann kein Zusatz mehr, um den wir uns nachträglich kümmern, weil es gut ankommt, ein öffentliches Thema ist und wir uns verpflichtet fühlen mitzumischen. Sie werden einfach zu unserem natürlichen Umfeld.“
