Im Gespräch: MHP-Chef Dr. Ralf Hofmann mit Frank Völkel von SAP.info (von rechts nach links)

Interview MHP: Fabrik ohne Lager

Porsche Leipzig kommt dank ausgefeilter Lieferanten-Logistik ohne Lager aus. Die Firma MHP hat die IT-Prozesse aufgesetzt. Firmengründer Dr. Hofmann über die Zukunft der Autoindustrie.

Wer im Autogeschäft erfolgreich sein will, muss seine Zulieferer gut im Griff haben. Porsche Leipzig gilt hier als Musterbeispiel – siehe Artikel Automotive Symposium: 145 Euro pro Auto.

Die Hauptarbeit leistete die mittelständische Prozess- und IT-Beratung Mieschke Hofmann und Partner (MHP). Sie ist heute ein großer Player beim Thema „SAP in der Automobilindustrie“. Im direkten Vergleich mit anderen Beratungsfirmen hat sich das Unternehmen fast ausschließlich auf Consulting bei Automobilherstellern, -zulieferern und -händlern spezialisiert. Für Aufmerksamkeit sorgte die Einführung eines Logistiksystems im Leipziger Porsche-Werk, welches eine schlanke Produktion ermöglicht und nahezu ohne Lagerhaltung auskommt.

Der Firmensitz von MHP befindet sich auf Schloss Heutingsheim, gelegen in Freiberg am Neckar. Wir trafen uns mit dem Firmengründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Ralf Hofmann.

SAP.info: Welche wesentlichen Stationen sehen Sie bei der Entwicklung ihres Unternehmens bis zum heutigen Tag?

Dr. Hofmann: Nun, begonnen haben wir unsere Geschäftstätigkeit 1996 mit einem Auftrag von Porsche. Damals haben wir unsere SAP-Beratungskompetenz in Sachen R/3 eingebracht. Schon zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Idee einer atmenden IT vom Aufbau her. 1999 kam es dann zu einer Minderheitsbeteiligung durch Porsche an MHP. Und später, das war im Jahr 2003, zu einer Beteiligung mit 74,8 Prozent. Seit dieser Zeit haben wir uns stark auf das Thema SAP-Automotive-Beratung fokussiert.

SAP.info: Wie kam es im Jahre 2003 zu der engen Verflechtung mit Porsche und wie wirkt sich diese auf die Zusammenarbeit mit anderen „konkurrierenden“ Automobil-Unternehmen aus?

Dr. Hofmann: Wie schon gesagt, hat Porsche seine Beteiligung beträchtlich erhöht, sodass wir heute mehrheitlich zu dem Sportwagenhersteller gehören. Noch interessanter wird das Thema, wenn Sie die Entwicklungen bei Volkswagen beobachten, wo in Kürze Porsche als 10. Marke im VW-Konzern aufgehen wird. Zum zweiten Teil der Frage: Wir beraten auch andere Automobilhersteller aus Deutschland und Europa, die nichts mit Porsche zu tun haben.

Alle unsere Kunden profitieren von den unterschiedlichen Erfahrungen und der Expertise unserer Mitarbeiter. Wir sind als neutraler Beratungspartner akzeptiert, sodass es keine Berührungsängste bei den – wie Sie sagen – konkurrierenden Automobilunternehmen gibt. Tatsächlich ist der Konzernanteil am Umsatz wesentlich geringer als der Umsatz am externen Markt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Risiken der Lieferkette

Angeregtes Gespräch: Ingo Guttenson, Dr. Hofmann und Frank Völkel (von rechts nach links)

Angeregtes Gespräch: Ingo Guttenson, Dr. Ralf Hofmann und Frank Völkel (von rechts nach links)

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