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09.02.2010

Professor bin ich sicher nicht

Von: Christiane Stagge

Ralf Rangnick verrät im Interview, was Manager von Fussball-Trainern lernen können. Es geht um Dietmar Hopps Rolle als Mäzen von 1899 Hoffenheim, vorlaute Navis und seine Liebe für Smartphones.

Ralf Rangnick, Trainer von TSG 1899 Hoffenheim, im Interview (Foto: Manfred Haner)

Ralf Rangnick, Trainer von TSG 1899 Hoffenheim, im Interview (Foto: Manfred Haner)

SAP.info: Herr Rangnick, was können Führungskräfte von Fußballtrainern lernen?

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Rangnick: Dass Erfolg nicht planbar ist. Die Leistung eines Einzelnen lässt sich zwar durch gezieltes Training verbessern, so dass sich die Chancen auf einen Gewinn erhöhen. Aber den Erfolg planen im Sinne eines Masterplans zum Gewinn der Meisterschaft – das geht nicht.

SAP.info: Wie holen Sie das Beste aus Ihrer Mannschaft heraus?

Rangnick: In meiner Mannschaft setze ich vor allem auf junge Leute, weil sie zum einen hochmotiviert und zum anderen lernfähig und lernwillig sind.  In einem Team ist es wichtig, dass alle mit einer Sprache sprechen – sowohl die Spieler als auch die Mitarbeiter der Führungsebene – alle müssen offen und vernünftig miteinander umgehen. Transparenz ist ganz entscheidend.

Hopp schwebt über allem

SAP.info: Herr Rangnick, vor etwa vier Jahren hat Herr Hopp Sie angerufen und Sie gefragt, ob Sie Trainer der TSG Hoffenheim werden möchten…

Rangnick: Ehrlich gesagt kannte ich Herrn Hopp bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Ich hatte ja auch bisher in meiner Arbeit als Fußballtrainer wenig mit SAP zu tun und auch sonst gab es keine Berührungspunkte mit Herrn Hopp.

SAP.info: Hopp hat früher selbst bei TSG Hoffenheim Fußball gespielt…

Rangnick: … und deshalb liegt der Verein ihm sehr am Herzen. Als ich damals den Trainerposten übernommen habe, war der Verein noch ein absolut unbeschriebenes Blatt. Wir haben nicht mal in der zweiten Liga gespielt. Hopp setzte große Hoffnungen in den Erfolg der Mannschaft.

SAP.info: ..und investierte viel Geld in den Bau der Rhein-Neckar-Arena..

Rangnick: Als ich damals das große Stadion in der Bauphase erlebt habe und gesehen habe, wie groß es wird, habe ich mich im Stillen gefragt, wie wir das überhaupt voll kriegen wollen. Hopp sagte zu mir, sein größter Wunsch wäre es, wenn an seinem 70. Geburtstag im Jahr 2010 Hoffenheim in der ersten Liga spielen würde. Darin wurde er enttäuscht. Hoffenheim ist schon Ende 2007 in die erste Liga aufgestiegen…

SAP.info: Als Mäzen steckt Hopp vielfach in der Kritik, zu direkt in das operative Geschäft einzugreifen. Stimmt das?

Rangnick: Wir telefonieren einmal in der Woche miteinander und wenn wir gewonnen haben, kommt er nach dem Spiel schon mal in die Kabine zum Gratulieren. Aber in das operative Geschäft ist er nicht involviert.  Er schwebt eher über allem. Wie ich als Trainer mit meiner Mannschaft arbeite, das überlässt er ganz mir. Im Gegensatz zu anderen Erstliga-Vereinen gibt es bei Hoffenheim keine Aufsichtsräte. Das führt zu kurzen Entscheidungswegen im Geschäftsalltag, was ich sehr begrüße. Bei aller Kritik muss man ganz klar sagen: Ohne Dietmar Hopp würde es  Hoffenheim  1899 nicht in der heutigen Form geben. Durch seine Investitionen haben wir jetzt viel bessere Ressourcen und Möglichkeiten als früher.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Warum Ralf Rangnick heute nicht mehr auf sein Handy verzichten möchte

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