Upgrade mit SAP Support Package

Das Einspielen von SAP Support Packages ist für die Instandhaltung der Systemlandschaft unabdingbar. Was muss im Vorfeld beachtet werden und welche Schwierigkeiten können auftreten?

Support Packages enthalten Qualitätsverbesserungen für das SAP-System – alle drei bis vier Monate auch gebündelt in einem Support Package Stack. Mit den Support Packages versorgt SAP die Kunden mit Fehlerbereinigungen und gesetzlich vorgeschriebenen Softwareanpassungen, beispielsweise im Personalwesen und in der Finanzbuchhaltung. Die jeweils betroffenen Objekte werden im SAP-System des Kunden ersetzt. Und genau hier liegt die Herausforderung. Gerade große Organisationen, wie Finanzdienstleister, haben in der Regel komplexe, hochindividuell modifizierte SAP-Anwendungslandschaften. Werden SAP-Objekte, die modifiziert sind, mit den Support Packages importiert, müssen diese Objekte beim Einspielen abgeglichen werden. So wird das Überschreiben der Modifikationen verhindert. Erfolgt kein Abgleich und ein Anpassen der Modifikationen an die Erfordernisse der geänderten SAP-Standard-Objekte, kann es im Nachgang zu Programm- und Anwendungsfehlern kommen. Im Vorfeld eines Upgrades ist daher genau zu prüfen, welche Eigenentwicklungen und Modifikationen von den jeweiligen Support Packages betroffen sind.

Herausforderung des Support Package Upgrades bei der SEB AG

Bei der SEB AG, der deutschen Tochtergesellschaft des nordeuropäischen Finanzkonzerns, betreuen rund 1.200 Mitarbeiter Firmen-, Immobilien- und institutionelle Kunden in ganz Deutschland. Dabei laufen die Geschäftsprozesse unter anderem über SAP ERP 6.0 mit Financial Services. Geplant war der Einsatz der Komponente FS-CMS (Collateral Management System) zur Verwaltung finanzieller Absicherungen, die für den produktiven Einsatz einen aktuellen Support-Package-Stand voraussetzt. Darüber hinaus war ein neuer Softwarestand nötig, um gesetzliche Vorgaben wie SEPA und zahlreiche Fehlerkorrekturen zu berücksichtigen. Ziel war daher das Upgrade mit dem Support Package Stack 16. Zum Zeitpunkt des Upgrades war in den Anwendungskomponenten das Support Package 05 vorhanden. Als besondere Herausforderung hatte die SEB zusätzlich die hypothekenbankspezifische Entwicklung MARK installiert, die das SAP-Banking erweitert, aber auch zahlreiche Anpassungen direkt im SAP-Standard enthält.

 Test bringt 1.650 abzugleichende Modifikationen

Da letztlich in fast allen relevanten Geschäftsvorfällen Modifikationen zu erwarten waren, kam es zu einem vollständigen Test aller Geschäftsvorfälle, um die betroffenen, modifizierten SAP-Objekte sicher zu identifizieren. Der Testlauf für das Einspielen der Support Packages brachte rund 1.400 abzugleichende Modifikationen im Programmbereich sowie 250 Modifikationen am Datenmodell (DDIC, Data Dictionary) zu Tage. Beim Abgleich war somit mit einem hohen Zeitaufwand zu rechnen. Das Know-how für die schnelle und effiziente Umsetzung sowie für das Zurücksetzen nicht mehr benötigter Modifikationen auf SAP-Standard stellte die innobis AG, SAP- und IT-Dienstleister aus Hamburg, zur Verfügung.

Hartmut Haar, Director und Head of SAP Support der SEB AG, erklärt: „Wir sind stark auf das SAP-Banking ausgerichtet. Unsere SAP-Anwendungslandschaft ist sehr komplex und weicht vielfach vom Standard ab. Das Einspielen der Support Packages war daher stets mit großem Anpassungsaufwand beziehungsweise Bearbeitungsaufwand an den modifizierten SAP-Objekten verbunden. Diesen versuchen wir jetzt gezielt durch den Rückbau von Modifikationen zu reduzieren. Im Rahmen des letzten Support Package Upgrade konnten wir zwei Drittel aller Modifikationen auf den SAP-Standard zurücksetzen. Dies war natürlich mit zusätzlichen Ressourcen verbunden, was sich für uns auf lange Sicht aber finanziell und wartungstechnisch auszahlen wird.“

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